Biogasanlage erzeugt Strom für tausend Menschen

Marco Ruf setzt als Jungbauer in Mörsbach voll auf Ökologie

Mit dem Verkauf von Strom und eigenen Bioprodukten hat sich die Mörsbacher Familie Ruf einen Namen gemacht. Seit einem Jahr beteiligt sich auch die nächste Generation bei der Bewirtschaftung des Biobetriebes.

Mörsbach. Die Energiewende ist in aller Munde. Einer der Vorreiter ist die Familie Ruf, die seit gut vier Jahren eine Biogasanlage betreibt. Diese sorge nicht nur für weniger Abgase sondern liefere auch Strom und Wärme. Die Anlage auf einem Biohof ist die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz: In einen auf 40 Grad geheizten Behälter wird eine Mischung aus Klee, Gülle und Mist eingefüllt. Dabei entsteht Methangas, das in Hauben abgefüllt und zu einem Motor geleitet wird. Der treibt einen Generator an, der Wärme und Strom liefert. „Mit unserer Anlage fangen wir das Methan aus der Gülle auf und nutzen es vernünftig.“ sagt Marco Ruf, der gemeinsam mit seinen Eltern den erzeugten Strom an die Stadtwerke verkauft. Der 24-Jährige ist nach seiner Ausbildung zum Landwirt voriges Jahr in den Betrieb eingestiegen. Viel Zeit für Hobbys bleibt ihm deshalb nicht: „Wann immer es möglich ist, fahre ich gerne mit meinem Motorrad durch die Gegend.“ Mit der Wärme können die Rufs sowohl ihren eigenen Hof als auch den kleinen Bioladen auf dem Gelände heizen.

Ruf setzt schon länger auf alternative Energien: Seit Oktober 2006 betreibt er eine Photovoltaik-Anlage, mit der er Sonnenenergie in Strom umwandelt. In den vergangenen Jahren hat er diese erweitert, auf die Wohngebäude und die Ställe ausgebaut.

Inzwischen kann auf dem Bannsteinhof Strom für rund tausend Menschen erzeugt werden. Der Landwirt ist mit dieser Leistung hochzufrieden. Doch nicht nur das: Auch beim Trocknen des Weizens habe ihm die Biogasanlage geholfen. Ruf appelliert, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Dann könne künftig auf manche Importe verzichtet werden.

Auf dem Mörsbacher Bannsteinhof steht Ökologie im Vordergrund. Auch auf artgerechte Tierhaltung werde geachtet. „Wir haben hier 45 Mutterkühe“, informiert der Ökobauer. Die Tiere, die nicht gemolken werden, haben freien Zugang zur Weide. Auch die zehn Schweine könnten sich jederzeit in ihrem Freigehege aufhalten. Das gleiche gelte für die 230 Legehennen. Für diese soll in Kürze noch ein neuer größerer Stall gebaut werden. Auf dem Hof gibt es einen frei zugänglichen Kühlschrank, in dem sich Bioeier befinden, die von den Kunden jederzeit mitgenommen werden können. „Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht“, unterstreicht der Junglandwirt, dass er von der Resonanz der Käufer begeistert ist. Im Laden selbst gibt es neben selbst hergestellter Wurst und Fleisch auch andere Lebensmittel aus der Region und vom Biogroßhandel.

Die Rufs bewirtschaften ihren Biohof seit 2001. Bio bedeute den Verzicht auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie die artgerechte Tierhaltung. Selbstverständlich dürften auch keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Acker gebracht werden. Zertifiziert wird der Betrieb nach den Richtlinien des Verbandes Bioland. nob